Lies dir diese kurzen, aber sehr nützlichen Ratschläge gut und immer wieder einmal durch und versuche dich im Spiel daran zu erinnern. Dein Tarockspiel wird erfolgreicher werden und dir noch mehr Freude bereiten!
Spiele zügig
Zähle Tarock
Im Solo spiele Könige
Erster Mann so klein er kann
Als Erster sticht man nicht
Nicht sparen
Nie unter XIII
Wast net weiter, spielst an Reiter
Vogelgier verliert das Spiel
Angezeigte Farben nachbringen
No guts – no glory
Jeder macht Fehler
Benehmen beim Spiele
> > Spiele zügig < <
Egal wie lange du nachdenkst, du wirst Fehler machen. Zögerliches Kartenzupfen und häufiges Zurückstecken von bereits gewählten Karten, strapazieren nur die Geduld deiner Mitspieler. Das heißt natürlich nicht, dass du in gefinkelten Situation nicht gut überlegen solltest und selbstversändlich darfst! Studiere deine Karten gleich nach Aufnahme und Sortierung, nicht erst, wenn du an der Reihe bist, ein Lizitat zu machen.
> > Zähle Tarock < <
Es ist bei jedem Spiel angeraten zu wissen, wie viele Tarock noch ausständig sind. Versuche dir auch zu merken, welche Trullstücke und hohe Stecher bereits gefallen sind. Und wenn du sogar weisst, welche Vögel noch im Spiel herumflattern, bist du auf einem sehr guten Weg!
> > Im Solo spielt man Könige, hat man deren auch nur wenige < <
Dies gilt vor allem für die Gegner. Der Solospieler konnte sich nicht blankieren (also eine oder mehrere Farben mittels Talon verlegen) und hat die gespielte Farbe vielleicht mit.
Vertiefend: Vorsicht ist angebracht, wenn mit „König schlecht“, auch „Königfang“ genannt, gespielt wird. Dann solltest du den gerufenen König nicht leichtfertig ausspielen, denn wird er vom Gegner gestochen, gibt es Negativpunkte.
> > Erster Mann so klein er kann < <
Sitzt dein Partner hinter dir, stich mit einem kleinen Tarock, sonst mit einem Hohen. Die nächsten beiden Merksätze passen perfekt dazu!
> > Als Erster sticht man nicht < <
Das gilt vor allem – aber nicht nur – für Gegner bei Alleinspielen. Man versucht damit, einem nächsten Spieler den Stich zu überlassen um den Alleinspieler „einzuzwicken“ (also so zu stechen, dass man unmittelbar vor dem Alleinspieler zum Ausspielen kommt) und es ihm somit schwerer zu machen, die korrekte Höhe seiner Stichkarte zu wählen.
Ausnahme ist der Sicherheitsstich zu Beginn: Bringt der Alleinspieler zu Beginn ein stechbares Tarock, sticht der erste Gegner sofort darüber um den nachfolgenden Spielern die Möglichkeit zu geben, den Pagat zu schmieren und um ausserdem einen eventuellen Valat zu verhindern ( -> Valatstich).
> > Nicht sparen < <
Lege deinen Gegnern hohe Tarock vor, damit zwingst du sie, ihre Stecher zu verwenden. „Nicht sparen“ gilt auch für das Schmieren.
Vertiefend: Vor allem bei Dreierspielen gibt es oft nur eine, oder sehr wenige Chancen, deinem Partner Könige bzw. Damen zu schmieren. Nutze diese Chancen, denn wenn dir gegen Spielende Könige oder Damen überbleiben, kassiert der Gegner diese meist sowieso ein. Dazu passt auch der Satz:
> > Nie unter XIII < <
Bringe als Alleinspieler mittlere Tarock und spiele nicht zu niedrig aus. Lege dem Gegner so oft es geht hohe Tarock vor, vor allem wenn du kurz in Tarock bist.
> > Wast‘ net weiter, spüst‘ an Reiter <<
Das gilt vor allem – aber nicht nur – beim Schmieren und wenn du unsicher bist, ob der Stich an den Gegner oder an den Partner gehen wird. Eine mittlere Schmiere wie der Reiter ist immerhin besser als ein Skatindel wenn dein Partner sticht, und richtet weniger Schaden an als ein König oder eine Dame, sollte der Stich an deine Gegner gehen.
> > Vogelgier verliert das Spiel < <
Gib die Vögel rechtzeitig ab wenn du sie nicht sicher spielen kannst. Das gilt insbesondere als Gegenspieler denn als socher wirst du nur äußerst selten die Chance haben ein Vogerl erfolgreich zu spielen. Sehr leicht kommst du jedoch in die Verlegenheit deine Vogerl nicht rechtzeitig loszuwerden um sie dann im ungünstigsten Moment zugeben zu müsen. Das Taktieren mit Vogerln kann dich wertvolle Punkte und das ganze Spiel kosten, sowohl als Spieler als auch als Gegner!
> > Angezeigte Farben nachbringen < <
Es ist fast immer eine gute Idee, die zuvor gespielte Farbe eines Partners nachzubringen. Das gilt natürlich auch für Tarock. Das Gegenteil gilt für den Gegner. Dessen angezeigte Farbe sollte man nicht nachspielen, denn die Gefahr ist groß, dass man damit den Spieler schont und den eigenen Partner schießt (= das es deinem Partner Tarock kostet).
Siehe dazu auch das entsprechende Kapitel im Tarock Wissen (klick hier)
> > No guts, no glory < <
Ohne Ansage kein Talon, ohne Risiko kein Spaß! Lizitiere als Erster eher etwas vorsichtiger, als Letzter kannst du mutiger ansagen. Denn sagen alle „weiter“ ist die Chance hoch, dass im Talon brauchbare Karten liegen (ausser du hast Staudenhocker am Tisch…)
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Bereits aus den Jahren 1821 bzw. 1840 stammen die nächsten beiden Kapitel, die an Aktualität jedoch nichts verloren haben:
> > Jeder macht Fehler! < <
Jener, welcher alles besser wissen, immer kritisieren, durch Rechthaberei und manch andere verdrießliche Eigenschaft auffällt, wird sich als anmaßend bloßstellen und ist alsbald nicht gerne eingeladen.
Kein Spieler ist unfehlbar. Bedenke dies wenn du Fehler machst, erst recht bei anderen!
> > Benehmen beim Spiele < <
Durch Gebehrden oder Mienen die Wichtigkeit eines Kaufes oder ausgespielten Blattes verrathen, oder Unwillen zeigen, wenn schlecht oder nicht nach Wunsch ausgespielt worden ist, eine Karte voreilig zur Zugabe schon bereit halten und viele andere derlei Gebräuche sind sich nicht anzugewöhnen, und wenn dieß geschehen wäre, wieder abzulegen.
Wer im Gewinne übermüthig und im Verluste mürrisch wird, gilt für einen unangenehmen Gesellschafter.
Verkniffen seien Störungen durch Kiebitzen oder Äußerungen zum Spiele in Sprache, Geste oder Mimik durch den Stock (Anm: 5. bzw. 6. Spieler am Tisch) wie den Zuschauer. Diese mögen sich in unstörender Entfernung vom Tische aufhalten.
Man setze sich nie mit der Hoffnung oder wohl gar mit dem Vorsatze nieder, um zu gewinnen, denn man wird sich nur zu oft selbst täuschen, – im Gegentheile berechne man sorgfältig seine Barschaft und überlege wie viel man verlieren kann, ohne sich wehe zu thun, und ob man im unglücklichsten Falle, mit den nöthigen Geldmitteln hinlänglich versehen sey.
Man trachte nach Kräften beizutragen, damit der Zweck erreicht werde, nämlich um einige freie Stunden im Frohsinn und Vergnügen zuzubringen.
