„Königrufen“ eine spezielle Form des Tarock, ist immaterielles Kulturerbe. Es wurde am 2. April 2024 offiziell in die internationale Liste der UNESCO aufgenommen!
Das Tarockspiel entstand vermutlich im 15. Jahrhundert in Italien als Kartenspiel für den Adel. Die ältesten Karten waren handbemalt und vergoldet, was auf die Nutzung im höfischen Umfeld hindeutet. Das sogenannte „Hofämterspiel“ entstand um 1450 und ist eines der ältesten erhaltenen Kartenspiele.
Von Italien aus verbreitete sich das Spiel in die Schweiz und nach Frankreich. Das erste bekannte Tarockspiel das in der Schweiz geschaffen wurde, stammt aus dem Jahr 1718.
Schließlich verbreitete sich das Spiel innerhalb der ganzen Habsburgermonarchie wo sich viele Varianten entwickelten, darunter Strohmandln, Zwanzigerrufen. Die Weiterentwicklung „Königrufen“ wurde zum Nationalspiel der Donaumonarchie, dass Friedrich Torberg ihr den Spitznamen „Tarockanien“ verlieh. Bekannte Personen wie Mozart, Goethe, Schiller, Nestroy, oder Sigmund Freud waren begeisterte Tarockierer.
Tarock wird heutzutage vor allem in Österreich, Deutschland (Bayern) Frankreich (bezeichnet als Tarot), in der Schweiz (Troccas, Troggu) und einigen Nachfolgestaaten der Monarchie (Tschechien, Slowenien, Ungarn, Polen, Rumänien) gespielt. Da auch innerhalb der Varianten verschiedenste lokale Spezialitäten gespielt werden, ist es wichtig, sich vor Spielantritt über die Hausregeln zu informieren.
Bekannteste Varianten:
Königrufen: Die am weitesten verbreitete Variante
Zwanzigerrufen: Hauptsächlich im Osten Österreichs
Eggenberger Tarock: Weit verbreitete, spezielle Variante des Königrufens
Skoty: eine Variante des Königrufens die vor allem, aber nicht nur in Tirol weit verbreitet ist
Strohmandeln: Eine Variante für zwei Spieler
Tapp-Tarock: Eine klassische 3-Personen-Variante
Französisches Tarock (Tarot): Eine Version mit 78 Karten
Bayerisches Tarock: Wird mit einem bayerischen 36 Karten Blatt gespielt und unterscheidet sich stark von den alpinen Varianten.
